Primaten

Zu den Primaten zählen mehr als 200 Säugetierarten, unter ihnen sind zum Beispiel die Menschenaffen, Affen, Halbaffen und natürlich auch der heutige Mensch. Prinzipiell gesehen, bestehen hier zahlreiche Ähnlichkeiten. Da man für ein Leben im Wald nicht nur räumlich sehen können, sondern auch Entfernungen einschätzen muss, entwickelten alle Primaten nach vorn gerichtete Augen. Diese Entwicklungsphase setzte sich im Laufe der Evolution fort. Gleiches gilt auch für die Hände mit kräftigen Fingern und Daumen. Diese werden nämlich auch noch heute zum Greifen von Blättern und Früchten benötigt. Mit der zunehmenden Gehirnmasse stiegen auch ihre Fähigkeiten.

 

Ein Eichhörnchen ähnliches Tier stellt den Ururane aller Primaten dar. Vermutlich war das Spitzhörnchen nicht nur nachtaktiv, sondern auch ein Insektenfresser. Genauso, wie es die heutigen Halbaffen – Makis und Loris – noch sind. Dank ihrer vergleichsweise großen Augen und Ohren können sie in der Dunkelheit besonders gut jagen. Andere Affenarten sprangen lieber unter Tags durch den Wald, um Fressen zu finden. Aber auch sie hatten nahezu durchgehend Erfolg. Ebenso entwickelten die Affen ein enges und vielfältiges Gemeinschaftsleben.

 

Orang Utans genießen eine besonders starke Bindung, denn eine Orang Utan Mutter bleibt beispielsweise rund 8 Jahre lang eng mit dem eigenen Kind verbunden. Die Mutter übernimmt während dieser Zeit die Arbeit einer Lehrmeisterin, denn schließlich müssen die Nachkömmlinge all das lernen, was sie für das Leben im Wald benötigen. Die Schimpansen Kinder benötigen also rund 8 Jahre um bestimmte und wichtige Fähigkeiten wie den Werkzeuggebrauch zu erlernen. Auch das Einfügen in die bereits bestehende Gruppe muss frühzeitig trainiert werden.

 

Die Zwergschimpansen gelten unter den Menschenaffen als unsere nächsten Verwandten. Die sogenannten Bonobos leben in großen Familien mit äußerst differenzierten Beziehungen. Ihre Gesichter ähneln sehr stark denen der früheren Menschen. Die eigentliche Menschenaffenfamilie wird durch den Gorilla, den Orang Utan und den Schimpansen gebildet. Alles sind eng miteinander verwandt und verfügen über eine faszinierende Intelligenz.

 

Heute findet man die meisten Primanten im tropischen Asien, Mittel- und Südamerika sowie Afrika.

 

Wichtige Merkmale der Primaten

 

Neben der obenerwähnten Definition der Primaten möchten wir hier nochmal die wichtigsten Merkmale der Primaten aufzeigen. Einige davon haben wir bereits kurz erläutert aber noch nicht ausführlicher erklärt.

 

  • Der große opponierbare Zeh oder auch Daumen genannt. Dieser übergroße Zehn kann gegen die anderen Zehen drücken. Ähnlich wie der Daumen unserer Hände gegen die Finger drücken kann. Der einzige Primat, der über keinen opponierbaren Zeh verfügt, ist der Mensch.
  • Aufgrund des opponierbaren Daumens eignen sich die Hände der Primaten hervorragend zum Greifen. Ein Werkzeuggebrauch wäre anderenfalls nicht möglich.
  • Primaten besitzen keine Krallen, sondern extrem flache Nägel an Zehen und Fingern.
  • Primaten bewegen sich überwiegend mit den Hinterbeinen fort, auch wenn sie nahezu durchgehend auf allen vieren laufen. Diese Gangart ist für die meisten Primaten typisch. Eine Ausnahme gibt es allerdings, diese bildet der Gibbon. Er kann sich mit seinen überdurchschnittlich langen Armen bequem und zügig durch das Blätterdach des Waldes hangeln.
  • Der Geruchssinn der Primaten ist eher schwach ausgebildet, stattdessen ist der Sehsinn aber besonders hoch entwickelt. Er erlaubt sogar das stereoskopische Sehen.
  • Primaten zählen zu den sogenannten K-Strategen, denn sie bekommen nur wenige Junge. Die Schwangerschaft und das Abstillen nehmen deutlich mehr Zeit in Anspruch als bei anderen Säugetieren in vergleichbarer Größe.
  • Die Gehirne der Affen sind im Vergleich zu anderen Säugetieren größer.
  • Das Gebiss und die Zähne der Primaten sind nicht wirklich speziell, denn sie verfügen weder über ein typisches Fleischfresser- noch über ein Pflanzenfressergebiss.
  • Der Körper der Affen ist überwiegend mit Fell bedeckt. Lediglich die Handflächen und Fußsohlen sind unbehaart.