Ursprünge der Primaten

Wo liegen die Ursprünge der Primaten? – Plesiadapiden und Adapiden

Vor rund 65 Millionen Jahren endete das faszinierende Zeitalter der Dinosaurier. Kleine Säugetiere, die sich bisher nur im Unterholz aufgehalten haben oder in den hohen Bäumen lebten, fanden ein wahres Paradies vor. Eine neue Welt ohne große und zum Teil gefährliche Dinosaurier. Nun aber zum eigentlichen Thema – Die sogenannten Plesiadapidae bilden den Ursprung der ersten Primaten. Hierbei handelt es sich um eine Eichhörnchen ähnliche Art. Mit dieser Entstehung begann ein langer und beschwerlicher Weg, an dessen Ende die heutige Menschheit steht.

Die Primaten besitzen von den heute noch lebenden Säugetieren den ältesten Stammbaum. Vor rund 70 bis 55 Millionen Jahren begann alles mit den Plesiadapidae. Diese lebten über Jahre hinweg zufrieden und glücklich, verschwanden aber dann plötzlich von der Bildfläche. Es gilt zu wissen, dass diese Säugetiere allerdings nicht als echte „Primaten“ angesehen werden. Vor rund 55 Jahren gab es bedauerlicherweise noch ein weiteres Ereignis des Artensterbens. Verantwortlich hierfür war der dramatische Anstieg der Erdtemperatur. Mit diesem Anstieg verschwanden auch die Plesiadapidae. Allerdings überlebten die sogenannten Adapidae. Auch hier sprechen wir von einer Gruppe der Vorfahren der heutigen Primaten.

Endlich konnte man von den ersten „echten“ Primaten sprechen. Die Tiere waren katzengroß und verfügten über charakteristische anatomische Merkmale der heutigen Primaten. Statt Krallen hatten sie Fingernägel. Ebenso verfügten sie über ein besonders großes Gehirn. Charakteristisch waren auch der opponierbare Daumen und die nach vorn gerichteten Augen für das räumliche Sehvergnügen. Mit mehr als 180 Arten waren die Adapidae besonders erfolgreich. Von diesen Arten überlebten einige bis vor rund 5 Millionen Jahren. Experten sprechen hier auch von den frühen Familienmitgliedern der Halbaffen. Diese waren überwiegend auf der nördlichen Erdhälfte beheimatet.

Anthropoiden – Die Entwicklung der Affen

Vor knapp 35 Millionen Jahren tauchte eine neue Untergruppe der Primaten auf – die sogenannten Anthropoiden. Zu dieser Primaten Art zählt man auch die Affen und Menschenaffen. Die Anthropoiden unterschieden sich sehr deutlich von den Adapiden. Schließlich hatten sie weder Putzkrallen an den Hinterfüßen noch besonders große Augen. Sie verfügten über vergleichsweise kleine Augenhöhlen, ganz im Gegenteil zu den Adapiden. Erstaunlicherweise ernährten sich die Anthropoiden nun nicht mehr von Insekten, sondern von Früchten. Der Ernährungswechsel geschah zeitgleich mit dem Wechsel zur Tagaktivität.

Wie bereits kurz angedeutet, sind die frühen Anthropoiden die Vorfahren der heutigen modernen Affen der neuen Welt – Affen von Mittel- und Südamerika. Ebenso sind sie aber auch die Vorfahren der Affen der alten Welt – Menschenaffen und Affen Afrikas sowie Asiens.

Menschenaffen – Die Entwicklung

Hinsichtlich der Evolutionsgeschichte könnte man annehmen, dass die Menschenaffen deutlich jünger sind als die Affen. Doch dem ist nicht so, denn die Menschenaffen traten vor rund 5 Millionen Jahren wesentlich häufiger auf. Ebenso ist dessen Abstammungsreihe deutlich länger. Mit knapp 60 bekannten Arten besiedelten sie nicht nur ganz Afrika, sondern auch das südliche Eurasien von Spanien bis hin zu China. Allerdings vermutet man, dass keine dieser Arten ein direkter Vorfahre der heutigen Menschenaffen ist.

Vor rund 20 Millionen Jahren zählten rund 80 Prozent aller Anthropoiden zu den Menschenaffen, doch 10 Millionen Jahre später fiel dieser Anteil binnen kurzer Zeit auf nur noch 20 Prozent. Unter diesem Prozentsatz versteht man die noch heute lebenden Affen. Über die Jahre hinweg nahmen die Affen sämtliche freiwerdende Räume ein. Bedauerlicherweise überlebte nur ein kleiner Zweig der frühen Menschenaffen. An dessen Ende steht der Mensch.